Viertes Treffen europäischer Methodisten
Von Dorothea Hinske
Bereits das vierte Mal trafen sich im Oktober 2026 Vertreter von Methodisten aus zehn europäischen Ländern zum gegenseitigen Kennenlernen, zu Austausch und Gebet und zum Voneinander-Lernen. Diesmal in Crikvenicia, das ist an der Küste der Adria (siehe Bild).
Von Nord (Finnland und Estland) bis Süd (Spanien), von Ost (Albanien) bis West (Schottland, England, Belgien) und auch noch einige zentral (Kroatien, Italien, Slowakien und Deutschland) waren wir zusammen. Verstärkt wurden wir durch Geschwister aus den USA und Brasilien. Wer meint bei Methodisten geht es nur um die EmK oder vielleicht noch um die Global Methodist Church, der täuscht sich. Mit dabei waren die Free Methodist Church, die Wesleyan Methodist Church und Vertreter der Kirche des Nazareners.
Es ist schon etwas besonderes mit einem Brasilianer am Tisch zu sitzen und zu erfahren, dass er Altbischöfin Rosemarie Wenner schätzt (auch wenn sie theologisch nicht auf der gleichen Linie sind :)). Oder aber mit einem albanischen Pastor ins Gespräch zu kommen, und zu registrieren, dass wir uns vor sieben Jahren auf der Konferenz in Nordmazedonien bereits gesehen haben.
Neben diesen wunderbaren persönlichen Kontakten ist es ungemein bereichernd von den Chancen und Herausforderungen der verschiedenen Länder zu hören.
Hier eine kleine Auswahl:
- Slowakei: die Arbeit unter Roma. Roma mischen sich mit Slowaken und bilden gemeinsame Gemeinden, aber unterschiedliche Romastämme (oder Clans) mischen sich nicht! Was für eine Herausforderung für Gemeindebau!
- Bulgarien: sie haben einen 5-Jahresplan erstellt um finanziell unabhängig zu werden. In ihrem vierten Jahr GMC haben sie dies auch zu 80% geschafft!
- Albanien: die Kirche wächst, auch wenn sie keine eigenen Kirchengebäude hat.
- Estland: russischsprachige und estnischsprachige Methodisten mit ihrer völlig unterschiedlichen Tradition zusammen führen. Der neu gewählte Bischof Robert Tšerenkov ist daher genau der richtige Mann, seine Mutter ist russischsprachig, sein Vater estnisch.
Neben diesen Länderinformationen gab es immer wieder auch Lehre so z.B. über Mt. 14:
13 Und als Jesus es hörte, zog er sich von dort in einem Boot abseits an einen öden Ort zurück. Und als die Volksmengen es hörten, folgten sie ihm zu Fuß aus den Städten. 14 Und als er ausstieg, sah er eine große Volksmenge, und er wurde innerlich bewegt über sie und heilte ihre Kranken.
15 Als es aber Abend geworden war, traten seine Jünger zu ihm und sprachen: Der Ort ist öde, und die Zeit ist schon vergangen. Entlass die Volksmengen, dass sie hingehen in die Dörfer und sich Speise kaufen!
16 Jesus aber sprach zu ihnen: Sie haben nicht nötig wegzugehen. Gebt ihr ihnen zu essen!
17 Sie aber sagen zu ihm: Wir haben nichts hier als nur fünf Brote und zwei Fische.
18 Er aber sprach: Bringt sie mir her!
Stark verkürzt: Die Geschichten Jesu sind Vorlagen, die wir auch heute noch anwenden können (Vorlagen sind ein Rohgerüst, das weiter ausgefüllt werden muss) - Barmherzigkeit – unsre Verantwortung – Organisation – Gottes Handeln. Oder auch: Gott ist der Geber, wir empfangen; wir teilen/geben weiter und Gott vermehrt.
Was uns bei all dem vereinte, war und ist das gemeinsame Gebet. Der Tag begann am frühen Morgen am Strand mit Gebet und es zog sich durch alle Veranstaltungen. Was für ein großes Vorrecht zur Gottes weltweiten (methodistischen) Familie zu gehören!