Wenn Bibelwerte peinlich oder selbstverständlich werden: Überspringen?

"Darum ist es so wichtig, dass die Kirche, wie das alttestamentliche Israel selbst, bußfertig bleibt. Dass sie auf die Gebote hört und wenn nötig, gereinigt wird, damit in ihr das Feuer brennt, das die Bibel „Liebe zur Wahrheit“ nennt (dazu 2.Thess 2,7).
Ich frage mich: Werden die Landeskirchen unserer Tage nicht bereits gedemütigt? Wir sehen Kirchenaustritte in riesigen Zahlen und einen unübersehbaren Verlust des Ansehens und des Vertrauens - je mehr Leiter den gesellschaftlichen Zusammenhalt predigen; je mehr ihre Leiter das tun; je mehr sie die Versöhnung mit Gott durch das Blut Jesu überspringen, weil sie es für peinlich oder selbstverständlich halten und lieber gleich über Solidarität untereinander sprechen – desto mehr erscheinen diese Kirchen für ihre eigenen Leute verzichtbar." ***

Eine Analyse: Der Alttestamentler Dr. Stefan Felber spricht über die Kirche im Lichte von Jesaja 10 auch über die Entwicklung der Kirche in der heutigen Zeit. Dabei arbeitet er heraus, dass biblische Wahrheiten von Theologen übersprungen werden, "weil sie es für peinlich oder selbstverständlich halten". Ich würde der "Peinlichkeit" und "Selbstverständlichkeit" noch die "Unglaubhaftigkeit" hinzufügen: Es fällt uns Theologen in unserem verstandesgeprägten Umfeld schwer, wunderhafte Wege Gottes in der Bibel selbst zu glauben - und deshalb neigt man dazu, es anderen nicht zumuten. Drei Gründe, warum Theologie immer mehr auf menschlichen Verstand baut und deshalb immer weniger Kraft hat.

Die Folge: Die Mechanismen der unsichtbaren geistlichen Welt werden immer weniger zum Predigtthema - an diese Stelle tritt dann die Nächstenliebe, das humanistische Moment unseres Glaubens. Dr. Felber drückt es in dem Zitat unten so aus, dass sie "lieber gleich über Solidarität untereindander sprechen" - statt diese menschlichen Werte aus dem Wunder von Golgatha und dem Bauen auf den unsichtbaren Geist Gottes wachsen zu lassen. So wird der Weltverbesserung ohne Gott, wie sie uns auch zunehmend wieder von marxistischer Seite vorgelebt wird, Tür und Tor geöffnet.

Der Ausweg: Der Weg der Umkehr zum starken Gott kann diesen Prozess stoppen und das Volk Gottes wieder Früchte eines Vertrauens auf das wirkliche Wirken Gottes erleben lassen:

An jenem Tag wird es geschehen: Da wird der Rest Israels, und was vom Haus Jakob entkommen ist, sich nicht mehr länger auf den stützen, der es schlägt, sondern es wird sich auf den HERRN, den Heiligen Israels, stützen in Treue. Ein Rest wird umkehren, ein Rest Jakobs, zu dem starken Gott. Jesaja 10:20 +21


Das Zitat oben ist eine Mitschrift vom Ende einer Predigt von Dr. Felber zu Jesaja 10, 1-8 + 20-25 in der Evangelischen St. Martini Gemeinde Bremen am 11.10.2026. Stefan Felber ist in der Leitung unserer Partnerbewegung "Bibel und Bekenntnis" tätig und ist Leiter vom "Gemeindehilfsbund."
HIER ist die gesamte Predigt über Youtube anzuschauen.